Peter Gaymann

Forum für Humor in Bernried am Starnberger See

Bernried könnte mit der dauerhaften Einrichtung des FORUM HUMOR über das jährliche Festival hinaus zu einem Zentrum der komischen Kunst werden. Vieles, was man dafür braucht, ist bereits vorhanden. Aber eine Ausstellungshalle müsste noch gebaut werden und damit könnte zu Ende gebracht werden, was in Bernried 2002 mit dem Siegerentwurf für ein Gemeindezentrum begann.

Einen Vorgeschmack auf das geplante Projekt in Bernried bot das vom Verein organisierte HUMORFESTIVAL BERNRIED, das von 18. Juli bis 26. September 2021 in der Gemeinde Bernied am Starnberger See stattfand.

Das Humorfestival findet vom 1. Juli bis zum 18. September 2022 mit Humorparcours, Lachwald, Skulpturenpark, Open-Air-Veranstaltungen auf dem Klosterhof sowie Veranstaltungen im Sommerkeller statt. 

das projekt gemeindezentrum

Die großangelegte Ausschreibung für ein Gemeindezentrum Bernried gewann 2002 das Augsburger Büro Titus Bernhard Architekten. An exponierter Stelle sollte wie eine Dorfkrone über den historischen Bierkellern und als Verbindung von Unter- und Oberdorf das neue Gemeindezentrum gebaut werden. Realisiert wurde eine Ebene auf den Bierkellern mit Parkplätzen und Gemeindebücherei, darauf das neue Rathaus samt Platz.

Nicht gebaut wurde das im rechten Winkel dazu angeordnete Gebäude, das als Bürgersaal gedacht war. Dessen Funktion übernehmen ab 2022 die in den vergangenen Jahren sanierten und zum Veranstaltungszentrum ausgebauten historischen Bierkeller, ein von der Größe und Bauweise einzigartiges Baudenkmal, Zeugnis der ehemaligen Klosterbrauerei Bernried.

sommerkeller

Als „Sommerkeller“ firmieren die ehemaligen Bierkeller. Sie wurden als Veranstaltungszentrum mit einer Kapazität von bis zu 1000 Besuchern geplant: vier nebeneinander liegende Tonnengewölbe, eines für die Infrastruktur, das zweite als Veranstaltungsraum für bis zu 250 Personen, das dritte für Veranstaltungen mit bis zu 450 Personen, das vierte mit Küchen- und Veranstaltungsbereich. Konzerte, Kabarett, Lesungen, Tagungen, Messen und Feiern sind dort möglich.

Im Zwischengeschoß befindet sich seit dem Herbst 2021 die Gemeindebücherei. Eine Bücherei hat heute mehr zu sein als ein Aufbewahrungsort für Bücher. Sie soll Treffpunkt sein für alle, die gern lesen, die sich weiterbilden wollen, denen Literatur als Lebensmittel dient. Kinder spielen eine große Rolle und damit auch Kinderbücher samt Buchillustrationen. Mit dem FORUM HUMOR würden in die Bücherei vermehrt auch die Werke der Zeichner und Illustratoren, der Cartoonisten und Maler der komischen Kunst, Werke von und über Gerhard Polt, Monika Gruber, Axel Hacke, Martina Schwarzmann, Hape Kerkeling und andere, aber auch die Werke der Klassiker vom anderen Seeufer wie Loriot und Franz von Pocci, dem Kasperlgrafen von Ammerland einziehen. Veranstaltungen im Sommerkeller und Signierstunden in der Bücherei ergänzen sich.

Rathausplatz

Der Rathausplatz ist als Bühne angelegt, von der man über das Dorf und auf den See blicken kann. Zu einem richtigen Platz wird er jedoch erst, wenn das als Bürgerhaus geplante Gebäude errichtet ist, wie im Siegerentwurf vorgesehen – erst damit erhält der Platz seine Einfassung.

Für das FORUM HUMOR ist ein Ausstellungshaus konstitutiv. Titus Bernhard Architekten haben ihren Entwurf für ein Bürgerhaus/-saal unter Beibehaltung der äußeren Form inzwischen für ein FORUM HUMOR umgestaltet. Sie konnten in ihm alles unterbringen, was das geplante Haus der Humors braucht: die Ausstellungsräume im 1. Obergeschoß mit 650 qm, Shop, Kreativraum, Büros, Lager und das Café im Erdgeschoß mit einer zu öffnen- den Glasfront auf den Platz hinaus. Das Gebäude kann komplett barrierefrei und klimaschonend errichtet werden.

 

Die Verbindung zum Sommerkeller ist wichtig, denn Ausstellungshäuser ohne Veranstaltungsräume funktionieren nicht. Umgekehrt hat diese Verbindung auch für die Sommerkeller einen großen Vorteil. Denn sie führt zu einer regelmäßigen Bespielung, sie lädt sie mit Kunst und Kultur auf, macht sie interessant und bekannt.

Ein Ausstellungshaus, über dem das Wort „Humor“ steht, stellt einzigartige Anforderungen. Denn über Humor kann nur mit Humor verhandelt werden. Seine Kraft soll nicht nur erklärt, sondern für jede und jeden spür- und erlebbar werden: für Große und Kleine, für Junge und Alte, für Einheimische und Gäste.

Peter Gaymann

Café

Das geplante Café wird auch im Außenbereich servieren und den Rathausplatz noch attraktiver machen – auch als Platz der komischen Kunst mit Skulpturen, Mobiles etc. Ein spezieller Humor-Shop wird humoristische Literatur, Kunst, Musik, Gimmicks und Spielereien anbieten – und witzige Original-Werke bekannter und beliebter KünstlerInnen.

Damit wird das Gemeindezentrum in der ursprünglich geplanten Gestalt vollendet. Das FORUM HUMOR wird mit Ausstellungen und Bespielung der Sommerkeller Einheimische wie Gäste anziehen – und damit die „Dorfkrone“ zu einem lebendigen Ortszentrum machen. Architektonische Ideen und kulturelle Nutzung vereinigen und ergänzen sich damit in idealer Weise.

WAS IN BERNRIED NOCH GEBOTEN IST 

klinik höhenried

Klinik Höhenried mit dem Centrum für Prävention (CEP) Bernried

 „Lachen ist die beste Medizin“. Diese Weisheit ist vielfach wissenschaftlich und praktisch verifiziert und ein zunehmend bedeutendes Therapiefeld, das mit der Klinik Höhenried vertieft und praktiziert werden kann. Den Anfang wird eine Tagung zum Thema „Humor heilt!“ im Sommer 2022 machen, die in Kooperation im Schloss Höhenried stattfinden wird.

Eckart von Hirschhausen hat das Medizinkabarett populär gemacht. Mit dem Erfolg seiner Bücher hat er die Stiftung „Humor hilft heilen“ gegründet, die bereits in vielen Studien nachgewiesen hat, wie hilfreich Humor in Pflege und Therapie sein kann.

Das kloster als bildungshaus

Seit Anfang 2022 gehört das Kloster Bernried der Gemeinde, die es als Bildungs- und Seminareinrichtung nun in eigener Regie weiter führt. Die allseits beliebten Missionsbenediktinerinnen, die das Bildungshaus bislang leiteten, werden weiter im Haus bleiben. Im Rahmen unseres HUMORFESTIVALS 2021 fanden bereits Workshops und Tagungen im Haus statt und eine fidele Skulpturenausstellung im Klostergarten.

Dass auch der Klosterhof ein ideal bespielbarer Platz ist, haben unsere wunderbar gelungenen Kabarett- und Musikveranstaltungen im Rahmen des Humorfestivals gezeigt.

 

Buchheimmuseum der phantasie

Es liegt wie ein Traumschiff am Seeufer zwischen dem Unterdorf und der Klinik Höhenried. Lothar Günther Buchheim hatte neben seiner Leidenschaft für Werke der Expressionisten ein starkes Faible für Objekte, die in der Kunstgeschichte nicht als Kunst begriffen werden, etwa für Objekte aus Zirkus und Jahrmarkt sowie aus dem kunsthandwerklichen, vorkünstlerischen Bereich. Diese Mischung aus „hoher“ und „niedriger“ Kunst macht den Reiz des Museums aus und verleiht ihm ein Alleinstellungsmerkmal.

Das FORUM HUMOR kann in Bernried vielerlei Kooperation und Synergien ermöglichen in künstlerischer wie praktischer Hinsicht. Vorstellbar sind einander ergänzende Projekte bei Ausstellungen, der Austausch von Erfahrungen und gemeinsame Aktivitäten im öffentlichen Raum Bernrieds.

Die Klinik und das Museum würden durch die Aktivitäten mit dem öffentlichen Raum am Seeufer, im Kloster- und Gemeindebereich zusammenrücken.

Die bunte Präsenz von Kultur und Komischer Kunst in vielen Bereichen des Gemeindelebens wird Bernried wieder als Künstlerdorf am See erblühen lassen.

was ist unsere vision?

Das FORUM HUMOR mit der neuen Ausstellungshalle Bernried kann an verschiedenen Orten und in verschiedenen Einrichtungen aktiv werden.

Mit Ausstellungen und Workshops in der zentralen Ausstellungshalle, mit Gastausstellungen im Buchheim Museum. Mit Kabarett-, Musik- und Literaturveranstaltungen im spektakulären Sommerkeller und auf der Open Air Bühne im Klosterhof.
Mit humor&satire-relevanten Symposien im wunderbaren Bildungshaus Kloster Bernried. Mit unterhaltsamen Events im öffentlichen Raum und humor-therapeutischen Angeboten in der Klinik Höhenried.

Das FORUM HUMOR verbindet als facettenreiches Netzwerk alle öffentlichen Orte und kulturellen Einrichtungen der Gemeinde auf besonders unkomplizierte und angenehm lockere Weise.

Kulturelle, soziale und städtebauliche Aspekte ergänzen sich. Kultur im ländlichen Raum ist machbar!

Wär doch gelacht, wenn nicht!