Gerhard Polt, Co-Inspirator des Projekts

„Der Humor ist eine eigenständige Kategorie. Er geht wie ein Akkord durch die Gesellschaft, im Wohlstand wie im Elend, im Banalen wie im Intellektuellen. Er ist weit wie ein Ozean und dem Menschlichen vielleicht die wichtigste Quelle für Gemeinschaftssinn und Trost, aber auch ein Faktor, an dem sich die Geister scheiden.

Dem Humor muß man eine Heimstatt geben, in der die riesige Palette der komischen Künste und ihre Interpreten besucht werden können, wo sich junge Menschen in Werkräumen auf die Suche nach diesem Spektrum aus der Froschsperspektive machen können, wo humorresistente Ältere viel-leicht noch umgestimmt werden und lernen, daß Fundamentalisten, DemoKrattler und Populisten ohne Humor arme Schweine sind, weil sie es nie für möglich halten, daß selbst unser Himmelvater lacht.“

München und der Humor

In München haben das Derblecken und der hintersinnige Humor in all seinen Varianten eine lange bemerkenswerte Geschichte und machen einen Gutteil der müncherisch-bayerischen Identität aus.

Heute ist Bayern noch immer das Land des Kabaretts, der Karikaturisten und Zeichner, der Musiker und Filmemacher, der Autoren und Satiriker. Aber diese ganz eigenständige Kunst hat keine Heimat, keinen Ort, wo sie gepflegt, ernst genommen, gefördert wird.

Humor und komische Künste wurden lange für nicht ganz voll genommen. Zwar gelten sie als unterhaltsam, aber als eigene Kulturleistung und lebensnotwendig? Dabei wird überall gelacht, weltweit, in allen Gesellschaften, in allen sozialen Schichten und in jedem Alter. Das wollen wir mit dem FORUM HUMOR deutlich machen.

Ein Haus für Humor

Ein Haus für Humor zeigt, erforscht, sammelt, diskutiert alle Erscheinungsformen des Humors, von alltäglichen bis hin zu hochkulturellen, von regionalen bis hin zu globalen, von aktuellen bis hin zu historischen. Es macht Humor in Ausstellungen und Veranstaltungen für alle Generationen erfahrbar.

  

Zeigen

Ein Ausstellungshaus, über dem das Thema HUMOR steht, stellt hohe Anforderungen. Denn wenn hier nicht gelacht wird, ist schon alles verloren. Über Humor kann nur mit Humor verhandelt werden, und das ist der Ansatz für die Dauerausstellung, für die Nicola Lepp und Susanne Wernsing ein Konzept entwickelt haben. Daneben wird es wechselnden Ausstellungen geben, in denen Aspekte des großen Themas HUMOR vertieft werden können.

 

Sammeln

Die großen Humorspezialisten vergangener und heutiger Tage sind nicht nur Live auf der Bühne zu erleben, sie produzieren Shows, sie machen Filme und Shows, sie schreiben Bücher, sie zeichnen und illustrieren. Nach ihrem Ableben aber stellt sich die Frage: wohin mit dem Nachlass. Und damit nicht ein Gerhard Polt das Schicksal von Karl Valentin erleben muss, halten wir ein Archiv für die komischen Kunst für unabdingbar.

 

Forschen

Beim Nachdenken über Humor sehen wir uns als Anreger, stellen das FORUM HUMOR als Plattform zur Verfügung, arbeiten mit Universitäten und Stiftungen zusammen.

 

Werkstatt

Kann man die komische Kunst lehren und lernen? Die Diskussion darüber ist genauso alt wie die über alle künstlerischen Fertigkeiten, sei es in der Musik, in der darstellenden und bildenden Kunst, in der Literatur und beim Film, Fernsehen und digitalen Medien. Auffallend aber ist, daß in der komischen Kunst Angebote fast gänzlich fehlen. Auf diesem Feld wollen wir für München und Bayern ein Akademieangebot erstellen.

 

Veranstalten

 An Kabarettbühnen gibt es in München keinen Mangel. Aber eine kleine Probebühne für den Nach-wuchs fehlt und die wollen wir anbieten. Wenn wir große Räume brauchen, dann gehen wir in die Nachbarschaft, in das Wirtshaus im Schlachthof oder das zukünftige Volkstheater und suchen die Kooperation. Für kleinere Formate bleiben wir im Haus, für Workshops für Kinder und Erwachsene, für Abende mit Witzeerzählern oder Gespräche rund um den Humor.

 

Digitalisieren

 Vieles zum Thema HUMOR spielt sich heute im Netz ab. Und deswegen wird die digitale Welt für das FORUM ein wichtiger Aspekt werden.

Die ehemalige Viehmarkt Bank, kurz: Viehbank

Ein ideales Gebäude für ein Haus des Humors ist die ehemalige Viehmarkt Bank auf dem Gelände des stillgelegten Viehhofs im Münchner Schlachthofviertel. Das Gebäude gehört wie das ganze Are-al der Landeshauptstadt München. Direkt daneben entsteht das zukünftige Münchner Volkstheater. Dort existiert bereits das Wirtshaus im Schlachthof mit seiner Musik- und Kabarettbühne.

Das Gebäude ist ideal, weil es seit Jahren auf eine neue Bestimmung wartet. Die vormalige Bank und auch die Metzgerschule sind ausgezogen. Bisher hat sich keine sinnvolle Nutzung für das Ge-bäude gefunden, denn es weist in statischer Hinsicht erhebliche Mängel auf und eine Sanierung be-darf beträchtlicher Mittel. Andererseits steht es unter Denkmalschutz und muß saniert werden, diese Ausgabe kommt auf die Stadt so oder so zu. Als FORUM HUMOR UND KOMISCHE KUNST könnte die Viehbank wieder strahlen und zu einem Anziehungspunkt auch für das Viertel werden

Forum Humor und komische Kunst in der Viehbank

Um Konzept, Programm und Finanzierung kümmert sich der Förderverein „Forum für Humor und komische Kunst“, hier haben sich Künstler und Engagierte zusammen getan, um dieses große Ziel zu erreichen. In einem ersten Schritt soll das Gebäude für die Zwecke eines Ausstellungs- und Veranstaltungshauses hergerichtet werden. In einem zweiten würde dann der Betrieb aufgenommen.